In meiner Arbeit sehe ich immer wieder Frauen, die sich Hals über Kopf in Menschen verlieben und dann abgewiesen werden – verletzt zurückbleiben – und sich fragen: Wieso will er mich nicht? Was habe ich falsch gemacht? Was kann ich tun, um ihn umzustimmen?

Sie fragen sich das lange, gehen jedes Gespräch im Kopf erneut durch, suchen nach Signalen, um seine Entscheidung, seinen Rückzug, sein Verhalten zu verstehen – um irgendwie damit zurechtzukommen, dass sie allein bleiben und verletzt. Je länger sie nach Antworten suchen, desto unruhiger wird ihr Geist. Es tauchen alte Wunden wieder auf: Selbstwertmängel und Misstrauen gegenüber ihrer Weiblichkeit, Körperscham, Enttäuschung über die erneute Enttäuschung und eine tiefe Verunsicherung über ihre Zukunft – aus Angst, Single zu bleiben oder zu vereinsamen, nicht lieben zu dürfen und nicht geliebt zu werden. Besonders die letzten beiden sind unendlich schwer für Frauen mit Herz zu ertragen.

Arbeite nicht an ihm.

Was ich besonders oft sehe, ist die Arbeit am Umgang mit der Ablehnung – nur in die verkehrte Richtung: Jene Frauen, die mit ihrem Herzenspartner noch Kontakt haben, bei denen der Beziehungsversuch noch nicht endgültig abgebrochen wurde, suchen nach Ursachen für sein Misstrauen und seine Angst in seinem Leben, seiner Vergangenheit. Und natürlich finden sie dort oft Gründe, zum Beispiel, dass er

  • gerade erst aus seiner Ehe raus ist
  • er eine schlechte Kindheit hatte
  • neulich angedeutet hatte, wie wenig er Frauen nach der Beziehung mit X noch vertrauen kann
  • usw.

Sie wünschen sich Strategien, wie sie ihm reden können, ihn umstimmen können, als hinge von dieser Beziehung ihr Überleben ab. Sie verbrennen so viel ihrer wertvollen Energie mit der Suche nach Lösungen für seine Probleme, um ihre eigene Angst in den Griff zu bekommen – die Angst davor, nicht geliebt zu werden.

Andere hoffen auf einen neuen Kontakt und proben Gespräche im Kopf, was sie dann sagen werden, wie sie ihn davon überzeugen werden, dass sie doch liebenswert sind und einen Versuch wert. Sie trauern tief und geben oft sich selbst die Schuld am Nichtzustandekommen der Beziehung, an ihrer Einsamkeit.

Frauen, die Ablehnung erfahren, versuchen heute sehr oft ihn von ihrem Wert zu überzeugen, wenn er vermeintliche oder reale Bindungsängste hat. Dann lesen sie unendlich viele Websites wie meine oder Bücher wie meine und klammern sich an jeden noch so dünnen Strohhalm, der ihnen die Hoffnung schenkt, dass er sie doch für eine Beziehung auswählt.

Was ist daran misslich? Misslich ist es, weil man versucht das Haus eines anderen zu renovieren, ohne dass er es will. Wenn sich jemand verändern möchte, tut er es. Er holt sich Rat oder therapeutische Unterstützung, arbeitet auf, was ihn belastet und früher einmal verletzt hat. Misslich ist es vor allem, weil die negative und ängstliche Energie des Anderen etwas mit dir macht. Frauen brennen leicht emotional aus, wenn sie einen Partner von sich überzeugen wollen. Das geht so schnell am Ende, aber deutet sich mit kleinen Zeichen im Alltag an:

  • Sorgen um den eventuellen Verlust einer möglichen Partnerschaft und möglichen Liebe begleiten den gesamten Tag – bis in die Nacht hinein. Einschlaf- und Durchschlafprobleme oder ein nicht erholsamer Schlaf folgen.
  • Man tendiert zu Kompensation wie Essen, Trinken oder viel Arbeit, nur um sich von den Gedanken abzulenken. In einer freien Minute drängen sich diese dann wieder hoch und überrollen einen mit allen Folgegefühlen.
  • Man isst gar nichts und verliert das Gefühl für sich und seinen Körper.
  • Innere Unruhe, Hektik, kein Zeitempfinden, keine Entspannung, sondern konstante Anspannung durch den „Warteprozess“ – das Warten auf das Ja zu dir.
  • Das Gefühl, verrückt zu werden, weil man die Wut auf den Anderen, die Angst und Trauer wegen dieser Erfahrung kognitiv irgendwie versucht zu verarbeiten und zu verstehen. Kleinere Ängste im Alltag machen sich breit.
  • Viele schlechte Erinnerungen von früheren Verletzungen können wie schlecht verheilte Wunden wieder aufplatzen.
  • Man beginnt schnell selbst zu glauben, man wäre nicht liebenswert oder wenn er einen auch nicht will, so wie XYZ früher, müsse es ja an einem selbst liegen.
  • u. v. m.

Arbeite an dir und deinen Wunden.

Die Schwierigkeit ist immer: Man kann nichts tun, wenn der Andere es nicht möchte. Aber man kann selbst an seinen Wunden arbeiten. Man kann seine Energie von der Mangelhaften (Das Universum ist ein unsicherer Ort, wenn ich keine Beziehung habe.) zu einer Vertrauensvollen (Ich bedeute etwas. Ich bin sicher, auch ohne Beziehung.) ändern und so Menschen/Partner anziehen, die den eigenen Wert sehr wohl erkennen, die vertrauen und alles tun würden, um mit dir zusammen zu sein.

Selbst wenn du innerlich nicht ganz glaubst, dass du Liebe und Nähe, eine wunderbare Beziehung und Familie oder Heirat wert seist, beginnt deine Reise doch bei dem 1. Schritt:

Arbeite nicht am anderen. Arbeite an dir. Ermögliche dir zuerst, was du ihm gibst. Garantiere dir die Liebe, die du dir von ihm wünschst. Zeig ihm, dass es anders geht. Zeig ihm, dass wenn er dich nicht will, es jemand anderes sein wird. Zeig dir, dass du mehr wert bist als jemand, der sich nicht entscheiden kann oder sich nicht sicher ist. Zeig dir und ihm deine Würde. Verdeutliche dir und ihm, dass du eine wertvolle Frau bist – eine Frau von Wert.

Denn was du ihm zu geben versuchst, versuchst du in Wahrheit dir zu geben: Das Gefühl, dass man liebenswert ist und eine Beziehung verdient hat, die voller Liebe und Hingabe, Zusammengehörigkeit und Sinn für das Gute ist.

Dieses Thema begleitet beinahe alle Frauen durch ihr Leben – mal mehr, mal weniger. Deshalb widme ich mich dem Umgang mit der Ablehnung und der Enttäuschung verstärkt in all meinen Coachings, besonders in diesen:

Aktuell sind noch freie Plätze da. Wenn du in dir spürst, dass es Zeit für dich wird, deine Wunden aufzuarbeiten, um solche Enttäuschungen in dieser Wucht an Gefühlen nicht länger zu erleben, kontaktiere mich. Ich freue mich auf dich – eine weitere Frau, die ich bei ihrer Reise zu einem starken Ich und einer unerschütterlichen Selbstliebe begleiten kann.